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Schlichtung oder Mediation

  • Autorenbild: Dr. Sabine Renken
    Dr. Sabine Renken
  • 9. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Was ist das bessere Verfahren?


Die Zahl der zivilgerichtlichen Fälle ist seit Jahren rückläufig. Das heißt aber noch lange nicht, dass es bei Gericht schneller geht, im Gegenteil. In Hamburg zum Beispiel dauern die Zivilverfahren wegen nicht ausreichend besetzter Geschäftsstellen sogar länger. Wer sich deshalb also für eine außergerichtliche Konfliktlösung entscheidet, hat die Wahl zwischen Schlichtung und Mediation. Es sei denn natürlich, das ist im Vertrag schon bestimmt worden.


(Schiedsgericht und Adjudikation lasse ich hier mal aus, weil ersteres ziemlich aufwändig ist und die Adjudikation doch erhebliche Nachteile hat.)


Der Unterschied ist im Wesentlichen, dass die Parteien bei der Schlichtung ihren Konflikt aus der Hand geben und einem Dritten die Entscheidung überlassen – wie bei Gericht, nur das die Schlichtung im Zweifel schneller geht. Der Schlichter hat also eine erhebliche Verantwortung und braucht hohe Sach- und Verfahrenskompetenz. In manchen Bundesländern gibt es Bauschlichtungsstellen als anerkannte Gütestellen, das wird aber wenig nachgefragt. Die Auswahl des Schlichters kann somit auch ein Risiko darstellen – Ausnahmen bestätigen die Regel.


In der Mediation treffen die Parteien alle Entscheidungen über ihren Konflikt selbst – angeleitet von einem Mediator, der oder die mit Gesprächs- und Konfliktmediation dabei hilft. Das hat große Vorteile, denn so können die Parteien Lösungen finden, auf die ein unbeteiligter Dritter gar nicht kommt, weil sie ja über ihre vertraglichen und auch persönlichen Verhältnisse besser Bescheid wissen als irgendjemand sonst.


Ich bin eher Team Mediation, mache aber auch Schlichtungen, wenn die Mandanten das wünschen. Bei Baustreitigkeiten überlappen sich die beiden Verfahren manchmal, nämlich dann, wenn die Parteien den Mediator um einen Vorschlag zur Lösung des Streits bitten. Auf jeden Fall sind beide hier besprochenen Verfahren effizienter und kostengünstiger als ein langer Gerichtsprozess – der sich natürlich nicht in jedem Fall vermeiden lässt – und zufriedener sind die Parteien hinterher auch fast immer.



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