Mediation in der Unternehmensnachfolge
- Dr. Sabine Renken

- 25. Sept. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Okt. 2025
Angeblich sind 86 Prozent des gesamten Unternehmensbestands in Deutschland eigentümergeführte Unternehmen, 54 Prozent aller Beschäftigten in der deutschen Volkswirtschaft arbeiten hier, und die von den Eigentümern geführten Familienunternehmen tragen 43 Prozent zum Gesamtumsatz unserer Volkswirtschaft bei. Es ist also nicht erstaunlich, dass die Unternehmensnachfolge viele Berater anzieht: juristische, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Nachfolgeberater.
Aber die Unternehmensnachfolge, insbesondere in Familienunternehmen, ist keine isolierte Transaktion, sondern ein Prozess. Nachfolge erfordert eine Transformation, sowohl auf der Sachebene also auch auf der persönlichen Ebene. Eine solche Veränderung schafft man nicht allein mit Verträgen, dazu müssen die Beteiligten die richtige Haltung entwickeln. Für so einen Prozess brauchen alle Beteiligten innere Klarheit. Und es kostet Zeit, um das Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Interessen und Bedürfnisse hier berücksichtigt werden müssen, damit am Ende alle mit dem Ergebnis leben können, auch das Unternehmen.
Ob ein Patriarch nicht loslassen kann oder seine Erben vollkommen unterschiedliche Vorstellungen haben, wer das Unternehmen weiterführen soll, und wie - hier lauern eine Menge Fallstricke, die es zu analysieren und aufzulösen gilt. In der Mediation kann man bewusste und unbewusste Zielkonflikte gut und rechtzeitig besprechen. Denn eine Lösung dieser Konflikte geht nur mit Zuhören, Transparenz und dem Festlegen gemeinsamer Ziele. Wenn das alles passt, braucht man natürlich immer noch ein tragfähiges wirtschaftliches und steuerliches Konzept, aber hier liegt der Schlüssel zum Erfolg in der guten Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten und kompetenten Beratern.


